20 Jahre FAM e.V. – Festrede


Veröffentlicht im Juni 2012

Festrede von Ulrike Stromberger (1. Vorstand FAM e.V.)

Sehr geehrter Herr Wolff, sehr geehrte Frau Freund, liebe Frau Dr. Walter-Schmitt, liebe Petra, liebe Frau Bieringer, sehr geehrter Herr Schwarz, sehr geehrter Herr Hasenfuss, liebe  Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde, liebe Alle,

ich darf sie alle ganz herzlich begrüßen und freue mich, dass so viele erschienen sind.
Ich habe mir überlegt, wie fange ich bloß an. Dabei bin ich auf eine Anekdote von Nossrat Pesechkian, einem persischen Arzt, gestoßen:

Einst kam ein Mann zum Propheten Elias. Ihn bewegte die Frage nach dem Himmel und Hölle, wollte er doch seinen Lebensweg bewusst gestalten. Da nahm ihn der Prophet bei der Hand und führte ihn durch dunkle Gassen in einen großen Saal, wo sich viele ausgemergelte Gestalten um die Feuerstelle drängten. Dort brodelte in einem großen Kessel eine köstlich duftende Suppe. Jeder der Leute besaß einen gusseisernen Löffel, der so lang war wie er selbst. Der Löffel war aufgrund seiner Größe zu schwer, um allein damit die Suppe zu schöpfen, und zu lang, um damit Nahrung zum Mund führen zu können. So waren die Menschen halb wahnsinnig vor Hunger und schlugen aufeinander ein vor Wut. Da fasste Elias seinen Begleiter am Arm und sagte: “Siehst du, das ist die Hölle.“ Sie verließen den Saal und traten in einen anderen. Auch hier viele Menschen und der Kessel Suppe. Auch hier die riesigen Löffel. Aber die Menschen waren wohlgenährt, und man hörte in dem Saal nur das zufriedene Summen angeregter Unterhaltung. Männer und Frauen hatten sich zusammengetan. Einige tauchten gemeinsam die schweren Löffel ein und fütterten die Gegenübersitzenden. Umgekehrt geschah es ebenso. Auf diese Weise wurden alle satt. Und der Prophet Elias sagte zu seinem Begleiter: “Siehst du, das ist der Himmel.“

Eine schöne Geschichte, die Mut macht und eng unseren Visionen verbunden.

20 Jahre FAM eine lange Zeit. Ich werde oft gefragt, was mich bewogen hat die  Gründung von FAM zu initiieren?

Schon als Kind hat mich die Frage beschäftigt
„Was macht den Mensch zum Menschen?“ Was macht Menschen aus?
Unablässig begleiteten mich die Gedanken und Fragen.
Woher kommt die Gewalt, warum besitzen  Neid, Macht und Geld so große Faszinationen.  Warum verletzten und töten Menschen ihre eigene Art?
Warum werden Kinder, die Schwächsten und Großartigsten der Menschheit ausgebeutet, geschlagen, verdummt und missbraucht?
Warum werden Schwächere, Tier und die Natur so ausgebeutet?
Warum sind Sanftmut und Herzensbildung in unserer Gesellschaft so wenig anstrebenswert?

Ich habe festgestellt, je besser es uns geht, desto mehr hängen wir am Status, desto mehr Verlustängste haben. Die Welt ist schnelllebig geworden und die Tiefe des Lebens, samt Bauchgefühl ging verloren. Da bleibt häufig die Menschlichkeit auf der Strecke.
Ich war mir früh sicher, dass es eine Welt braucht, in der das Potential aller zum Tragen kommt. Eine friedliche Welt, in der die Würde und Individualität des Einzelnen geachtet wird. Eine gütige, fröhliche, positive Menschheit statt der funktionierenden, gleichgültigen, und glücklosen Gesellschaft.

Ich suchte mir große Vorbilder, die Friedensstifter unserer Welt und allen voran, Jesus Christus.
Geprägt von einigen Schicksalsschlägen wurde mir auch klar, dass durch Wehklagen, Mutlosigkeit oder Resignation Änderungen nur schwer erreicht werden können. Das jedem eigene persönliche tiefe Tal der Verzweiflung kann leichter durchschritten werden, wenn Trost begleitet und am Ende die Zuversicht bereitsteht. Vergebung, Sanftmut und Friede müssen im eigenen Herzen beginnen und leben, damit sie in die Welt getragen werden können. Als Frau der Tat entschied ich mich, nicht auf bessere Tage warten. Ich wollte nicht nur reden, sondern einfach tun.

Und dann lernte ich Karl Heinz Böhm und sein Menschen für Menschen kennen.

Es gab nur einen richtigen Zeitpunkt und der war jetzt. Einer göttlichen Eingebung zufolge wurde so über Nacht FAM FÜR ALLE MENSCHEN geboren und 1992 von 7 engagierten Menschen gegründet; aus Liebe zum Menschen und der sicheren Gewissheit, dass ein Wandel in der Gesellschaft jetzt nötig und möglich ist.

Mit mutigem Herzen begannen wir unsere Vision zu verwirklichen, Schritt für Schritt, der Zeit weit voraus. Viele Steine, manchmal sogar Felsbrocken lagen in unserem Weg und mussten mühsam beiseite geschafft werden. Nach vielen Gesprächen und mehreren kleineren Projekte, wurde ersichtlich, dass Bretten unbedingt eine flexible Betreuungsmöglichkeit für Kinder von 0 – 6 Jahre braucht. Wir suchten lange nach Räumen und wurden schließlich in Diedelsheim fündig. Ein Vermieter ließ sich von uns anstecken und vertraute uns. Ohne einen Pfennig in der Tasche begannen wir unbeschwert mit dem Aufbau und stießen dabei auf heftige Widerstände. Der Glaube jedoch, das Richtige zu tun ließ uns nicht aufgeben.
Wir erhielten keinerlei Förderung. Nur durch Spenden Brettener Bürgern, dem AWD und der Aktion BILD hilft war es möglich, Mobiliar, Spielzeug usw. anzuschaffen. Das Mittagessen erhielten wir vom Haus Schönblick Neibsheim als Spende.

Auch die Projekte bei FAM entwickelte sich immer mehr, bald gab es eine Krabbelgruppe und Aktionen für Kinder, Kinderferienprogramm, Adventstage und Elternberatung. Aus persönlichen Gründen und der enormen Nachfrage nach Plätzen wollten wir die Tagespflegestelle schließen. Jedoch kamen Vertreter der Kommune auf uns zu und baten uns den Träger der freien Jugendhilfe zu beantragen und so Zuschüsse zum Kindergartenbetrieb zu erhalten. Ein weiterer Meilenstein in unserer Historie. Als Großtagespflegestelle begonnen entwickelten wir uns zur anerkannten Kita.

Als ich begann unsere Konzeption zu entwickeln, war es mir wichtig diese so zu verfassen, dass Kinder geachtet und angenommen werden, ein Recht haben auf ihre unverwechselbare Einzigartigkeit und keine kleinen Erwachsenen sein müssen. In unserer Kita sollten Kinder ermutigt werden ihren eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, sich auszuprobieren, Kind sein können. Mir war wichtig Kinder in ihrem Bestreben nach Autonomie zu unterstützen und ihnen gleichzeitig ein sicherer Hafen zu sein. Die Aufgabe von uns Erwachsenen ist es den Fähigkeiten der Kinder zu vertrauen, sie darin zu stärken Vertrauen in die eigenen Kompetenzen zu haben.

Wir müssen gute, liebevolle und kompetente Vorbilder mit tragenden Verbindlichkeiten sein. So werden Kinder zu selbstbewussten, gesunden und starken, engagierten und interessierten Erwachsenen, denen man so leicht nichts vormachen kann. Und die braucht die Welt.

Selbst Mutter, war es mir ein großes Anliegen auf die Eltern einzugehen, mit ihnen auf Augenhöhe gemeinsam zum Wohle des einzelnen Kindes zu arbeiten. Sie haben uns das kostbarste anvertraut, ihre Kinder. Mir fiel es immer leicht, mich in die Welt der Kinder einzulassen. Benehmen sich Kinder so wie wir Erwachsene manchmal, dann heben wir anklagend den Zeigefinger.

Kleine Kinder wollen uns nicht ärgern, sie probieren aus und suchen ihre Grenzen.

Auch den großen Kindern geschehen häufig einfach nur Missgeschicke, die eher unbeabsichtigt sind. Und der Trotz, das nein sagen zu uns Eltern und Erwachsenen, dazu haben Kinder und Jugendliche selbstverständlich ein Recht. Wir sind doch Erwachsen.

Kinder sind keine Mängelwesen, die erst in Ordnung gebracht werden müssen. Die innere Haltung des Erwachsenen ist maßgeblich.

Sie merken schon, wenn ich mit diesem Thema anfange, kann ich mich nur schwer bremsen, aber für heute lass ich’s mal damit gut sein. Sie wissen das ja alle.

Nur eins noch dazu,
Wenn wir uns immer wieder an jenen kostbaren innigen Augenblick erinnern, an dem wir unser Baby oder ein anderes zum ersten Mal im Arm hielten, dann überflutet die Liebe unser Herz.

Der Aufbau unserer Kita forderte enorm viel Kraft und Energie ein. Umbauten und ein Jahr vorfinanzieren der Löhne führte uns an die Grenze der Belastbarkeit. Das richtige Personal zu finden, dass unsere Konzeption umsetzte stellte eine ungeahnte Herausforderung dar, damit hatte zumindest ich nicht gerechnet. Zum Glück ist uns das ja gelungen und wir haben ein super tolles Team.
Danke euch schon mal.

Weil uns unsere Mitmenschen und dabei vor allem Kinder wichtig sind, gingen wir unbeirrt unseren Weg und starteten den Kindertreff für Kinder ab 3 Jahren. Zu unserer großen Freude erhielt unser Kindergarten eine Auszeichnung der Ausschreibung „Deutschlands bester Kindergarten“.

2010 – Unsere Krabbelgruppe wurde vom Elterncafé abgelöst. Ein ebenfalls erfolgreiches Projekt. Mit dem Elterncafé entwickelten wir eine neue Konzeption. Wir griffen für jedes Treffen ein bestimmtes Thema heraus und arbeiteten einen kleinen Vortrag dazu aus oder wir luden Referenten ein. Da wir in unserer Kita keinen Platz dafür hatten, gab uns eine Familie aus Diedelsheim großzügig ein Unterkommen in einem Ihrer Büroräume.

2011 – mieteten wir in Bretten einen Raum an und schlossen uns mit der Stillgruppe  zusammen, ein guter Entschluss. 2010 und 2011 waren sehr bewegende Jahre.

Wir wurden ins Netzwerk der Familienzentren im Landkreis Karlsruhe aufgenommen. Dafür haben wir ausdauernd und hart gekämpft. Wir schlossen uns dem VPK an und waren auf dem Kinder-und Jugendhilfetag in Stuttgart mit Kita und Familienzentrum vertreten. Wir wurden Bildungsträger im Landesprogramm Stärke und wir spezialisierten uns auf Kursangebote für Familien in besonderen Lebenssituationen. ARBES und Mütterforum gaben uns ein gutes, fruchtbares Unterkommen. Wir sind Kontaktstelle des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter. Die Aktion Ideen Initiative Zukunft des DM und der UNESCO zeichnete die Konzeption unserer Kita und das Projekt OFFENER Treff im Familienzentrum aus.

2012 – konnten wir FAM dem Ausschuss Erziehung und Bildung in Bretten vorstellen und wir können einen für uns kostenlosen Raum nutzen. Auch vielen Dank hierfür. Ideen Initiative Zukunft geht in die nächste Runde, erneut erfolgreich für FAM. Die VitalWelt Apotheke übernimmt, dank Frau Bieringer, die Schirmherrschaft für FAM.
Es ist uns eine Ehre in diesem Jahr geschäftsführendes Familienzentrum im Landkreis Karlsruhe.
Wir starten das Vätercafé, entstanden aus einem Impuls unseres Elterncafé heraus, wie auch der Strickstammtisch. Wenn sich solche tollen Aktionen aus dem Wunsch der Bürger/innen heraus entwickeln macht mich das sehr zufrieden.

Und 20 Jahre FAM FÜR ALLE MENSCHEN, weiter geht’s optimistisch, menschenfreundlich und leidenschaftlich.


Visionen

Wir bewegen weiter etwas und haben viele Pläne für die Zukunft, unser Ideenreichtum ist schier unerschöpflich. Die Kinder sind unsere Priorität. Wir setzten uns für kleine altersgemischte Kindergartengruppen ein, die flexibel auf die Bedürfnisse der Familien eingehen. Wir engagieren uns für die Ausbildung guter Kindergärtner/innen. Damit sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterentwickeln kann, ohne dass es auf Kosten der Kinder geht. Unsere Kindertagesstätte soll zur mehrgruppigen Einrichtung werden und dafür suchen wir dringen Mieträume in Bretten. Bitte hören Sie sich um für uns. Wir sind freundliche und problemlose Mieter. Wir arbeiten weiter an der  Zertifizierung unserer Kindertagesstätte. Wir bilden gute Erzieher/innen und Kinderpfleger/innen aus. Wir geben jungen Menschen die Möglichkeit sich beruflich zu orientieren und Erfahrungen zu sammeln.

Damit das Familienzentrum seine Aufgabe als Anlauf- und Kontaktstelle oder Brücke noch besser wahrnehmen kann und alle Aktivitäten und Ziele umgesetzt werden, muss es mehrmals wöchentlich geöffnet sein.
Wir brauchen Mitmacher, kostenlose Räume in Bretten, am besten eine Wohnung  zentral gelegen, die wir entsprechend sorgsam und gemütlich gestalten können, damit eine Wohlfühlatmosphäre entsteht; quasi ein öffentliches Wohnzimmer.

Mehrere integrative Projekte, das Babycafé mit Gästen für türkische Familien, der Tauschring, der OFFENE TREFF, Senioren betreuen Kinder, Spielgruppen, Familienbesucher und der Multi-Kulti-Kindertreff stehen in den Startlöchern und warten gespannt und motiviert auf den Startschuss.
Verstärkt nehmen wir uns der Einbindung von Jugendlichen und älteren Mitmenschen an, so kann generationenübergreifendes Lernen stattfinden. Wir begeistern Väter und Großväter zum mit gestalten.

Uns sind die Gründung einer Bürgerstiftung und der Marktplatz der guten Geschäfte für Bretten wichtige Anliegen, für die wir uns einsetzen.

Wir haben drei große Termine noch in diesem Jahr

  • Am 15.09. gibt es ein Familien,-Generationen und Kulturenfest, unter anderem mit dem Gospeltrain, Hierzu sind sie alle auch eingeladen.
  • 20 Familienzentren treffen sich im September hier bei uns
  • und Frauen der 50 Mütterzentren aus Baden Württemberg im Oktober.

Vertrauensvolle Dialoge auf Augenhöhe, Vernetzung und ein wertschätzender Umgang miteinander, sind die Basis für weiteres fruchtbares Wachstum von FAM.

Wir nehmen gerne neue Anregungen mit auf den Weg. Neue Besucher, Partner, Mentoren, Berater und Mitmacher sind jederzeit willkommen. Dringend suchen wir Unterstützung bei der Gewinnung von Projektgeldern, als wer ein Händchen für die Finanzen hat, bitte melden. Wir nehmen gerne Spenden an um alle Projekte finanzieren zu können. Das Engagement aller Bürger ist möglich und jede/jeder ist eingeladen mitzutun.
Die Vision, das Feuer der Mitmenschlichkeit, der Teilhabe und bedingungslosen Annahme aller, brennt leidenschaftlich. Wir ermutigen Menschen sich einzulassen auf das Leben, statt nur zu funktionieren,

Wir sind offen „FÜR ALLE MENSCHEN“


Danke

20 Jahre FAM wäre ohne euch nichts, ohne euch Ehrenamtliche, die vielen fruchtbaren Gespräche, eure Ideen, eure Offenheit, eure Ratschläge, eure ehrliche Kritik und Rückmeldungen gäbe es kein FAM und wir könnten nicht wachsen und uns nicht weiterentwickeln.
Danke all euch lieben Kindern und Eltern, danke euch Ehrenamtlichen und Mitdenkern, den heutigen Festrednern, danke unserer Schirmherrin Frau Bieringer, Danke unserer wundervollen Musikerinnen Daniela aus dem Elterncafé und Silvia, danke den Familie Stelling, Familie Vetter, Familie Kicherer,  Familie Merl und Familie Freidinger, danke den Familien Rothfuss, Rjabof, Betz, Haupt und Günderth. Danke unseren Teams, danke Erica, Armin, Doris, Yesim, Marion, Andrea, Bea, Bärbel und Achim,
danke unseren Förderern und Fürsprechern, danke unserer Kommune, Herrn Oberbürgermeister Martin Wolff und dem Landkreis Karlsruhe, hier vor allem Herr Schwarz, danke all denen, die uns heute so eifrig schon geholfen haben und die nachher sauber machen,
danke Madeleine, Rosa und Lea für das tolle Büfett, danke meinen kostbaren Schätzen David und Rahel, danke Alle.

Bevor jetzt das Büfett gestürmt werden darf, möchte ich mit einer Anekdote enden, da müssen Sie jetzt noch durch:

Wenn ein Stammesmitglied der Babemba aus Südafrika ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat, wird er in die Dorfmitte gebracht, aber nicht daran gehindert wegzulaufen. Alle im Dorf hören auf zu arbeiten und versammeln sich um den „Angeklagten“. Dann erinnert jedes Stammesmitglied, ganz gleich welchen Alters, die Person in der Mitte daran, was sie in ihrem Leben Gutes getan hat. Alles, an das man sich in Bezug auf diesen Menschen erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt. Alle seine positiven Eigenschaften, seine guten Taten, seine Stärken und seine Güte werden in Erinnerung gerufen. Alle, die den Kreis um ihn herum bilden, schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über diese Person werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt. Es ist niemandem erlaubt, das Geschehene zu übertreiben und alle wissen, dass sie nichts erfinden dürfen.
Niemand ist bei dem, was er sagt unehrlich und sarkastisch. Die Zeremonie wird so lange fortgeführt, bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diese Person als Mitglied der Gemeinde schätzt und respektiert. Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern. Am Ende wird der Kreis geöffnet, und es findet eine fröhliche Feier statt.
Wenn wir durch die Augen der Liebe sehen, wie es in der Zeremonie so schön sichtbar wird, entdecken wir nur Vergebung und den Wunsch nach Integration. Alle Mitglieder des Kreises und die Person, die in der Mitte steht, werden daran erinnert, dass durch Verzeihen die Möglichkeit gegeben wird, die Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft loszulassen. Der Mensch in der Mitte wird nicht länger als schlecht bewertet oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Stattdessen wird er daran erinnert, wie viel Liebe in ihm steckt und dann wieder in die Gemeinschaft integriert.

Zum Schluss halte es wie Johann Nepomuk Nestroy, der sagte:

Auf das menschliche Herz zu bauen, trotzdem dass ich es kenne, ist meine größte Schwäche